Erst einmal möchte ich mich bei Ihnen herzlich für die vielen Einsendungen zu unserem Tippspiel für den DAX Jahresendstand 2008 bedanken. In diesem Jahr erhielten wir doppelt so viele Tipps wie im Vorjahr. Wie es scheint, bleibt die Mehrzahl unserer Leser trotz des äußerst schwachen Börsenjahres optimistisch. Der Hoffnung auf die Jahresendrallye lebt weiter. Das war auch schon in den vergangenen Jahren der Fall. Damals hatten Sie einen guten Riecher bewiesen. Börsianer sind Statistikfans. Daher möchte ich Ihnen ein paar statistische Werte zu Ihren DAX-Tipps nicht vorenthalten. Der durchschnittliche getippte Endstand liegt bei 5.003 Punkten. Bis dahin ist es noch ein gutes Stück, aber uns bleiben ja noch einige Tage. Knapp 80% der eingesandten Jahresend-Prognosen lagen über dem DAX-Stand vom 1. Dezember, dem letzten Tipp-Tag, 54% der abgegebenen Tipps lagen über 5.000 Zählern. Die Abstände zwischen dem niedrigsten und höchsten Tipp betragen mehrere 1.000 Punkte, darin spiegelt die extrem hohe Volatilität des Börsenjahres 2008 wider.
das Ganze hin und her um das Rettungspaket der US-Automobilbranche erinnert doch recht stark an die Diskussionen, die vor wenigen Monaten bezüglich des Bankenrettungspaketes geführt wurden. Nahezu jeder US-Politiker ist – ähnlich wie Analysten und Investoren – darüber ausreichend informiert, dass es ohne staatliche Hilfe zu einem Zusammenbruch bei Chrysler, GM und Ford kommen wird. Die Frage ist nur, um welchen Preis der Staat einsteigt.
Aus diesem Grund gehe ich, wie andere Marktbeobachter auch, davon aus, dass es bald zu einer Lösung der angespannten Situation kommen wird. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die politische Elite den Arbeitern der Branche sowie den Zulieferern durch „Nichtstun“ eine „unvergessene Weihnacht“ mit sehr düsteren Zukunftsaussichten bescheren wird. Das hat auch der US-Präsident begriffen, der den Autobauern den Zugriff auf das Bankenrettungspaket ermöglichen will. Wie dies jedoch im Einzelnen aussehen kann, blieb bislang offen. Noch müssten Informationen bezüglich der Lage der einzelnen Unternehmen zusammengestellt werden – so die Begründung.
Doch allzu groß sollten die Erwartungen bezüglich der Zeit nach der Rettung nicht sein. Die Branche wird es weiterhin schwer haben. Zwar sorgt der niedrige Ölpreis derzeit dafür, dass sich die amerikanischen Verbraucher kaum Gedanken um den Benzinverbrauch ihres Wagens machen, doch diese Überlegungen werden wohl wieder kommen. Bislang bieten die US-Autobauer bezüglich Schadstoffausstoß und Spritverbrauch jedoch keine adäquate Lösung an. Schnelles Handeln, teure Entwicklungen mit wenig Geld zur Verfügung und Innovationsfreude bei düsteren Aussichten und offenem Ende sind daher gefragt.
Eine Fusion zwischen den großen Autoherstellern ist auch keine sinnvolle Alternative. Ein Marktbeobachter kommentierte dieses Zusammengehen mit den Worten: „Wenn ein Lahmer und ein Blinder sich zusammentun, können beide weder gut sehen, noch gut laufen.“ Treffender kann man es kaum formulieren.
Es werden harte Zeiten für die Verantwortlichen anbrechen. Ein „Sterben auf Raten“ ist dabei jedoch vorprogrammiert. Auch wenn die Papiere in diesem Segment kurzfristig nach oben springen sollten, so rate ich Ihnen dringend, von Papieren der US-Autobauer die Finger zu lassen. Diese Aktien sind – aus heutiger Sicht – allenfalls für Zocker geeignet.
